Koch schaut zufrieden

Steckbrief Sellerie

Was Sie über die Sellerie-Allergie wissen sollten

Sellerie
In Deutschland, der Schweiz und Frankreich reagieren knapp 40% der Bevölkerung auf rohen Sellerie

Was steckt dahinter?
Sellerie gehört botanisch gesehen zu den Doldenblütlern. Essbar sind sowohl die Blätter, die Stengel beim Staudensellerie als auch die Wurzel der Pflanze. Die Symptome einer allergischen Reaktion auf Sellerie sind recht vielfältig. Es können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Hautreaktionen wie Ödembildungen und Asthma bis hin zum allergischen Schock auftreten. Die Diagnose durch einen Allergologen erfolgt über Haut- und Bluttests.

Wo liegt die Herausforderung?
Man muss unterscheiden zwischen einem „echten“ Sellerie-Allergiker und einem Kreuzallergiker. Die Sellerie-Allergiker sind in der Minderheit, sie reagieren direkt auf Sellerie und haben schwere allergische Symptome. In der Mehrheit sind Kreuzallergiker, die auf Basis einer Pollenallergie, wie Birke, Hasel oder Erle, kreuzallergisch auf Sellerie reagieren. Die Symptome sind Kribbeln, Jucken an der Lippe, Zunge und Mundbereich – also eher mäßige Beschwerden. Die Ausnahme bilden die kreuzreagierenden Beifuß-Pollenallergiker – hier zeigen sich heftige Symptome bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Die erste Herausforderung liegt darin, zu erfahren, um welche Art Sellerie-Allergiker es sich bei den Tischgästen handelt. Warum? Das allergene Potential von Sellerie verliert sich bei Pollenallergikern durch die Zubereitungsarten wie Kochen, Dünsten, Braten oder Backen. Diese Tischgäste können aus Ihrem breiten Speisenangebot auswählen – abgesehen von der Rohkost- oder Salattheke. Für den Fall, dass Sie „echte“ Sellerieallergiker oder Beifußpollenallergiker zu versorgen haben, sieht die Situation anders aus: In diesem seltenen Fall müssen alle möglichen Selleriequellen – auch die gekochten oder anders zubereiteten – aus der Verpflegung ausgeschlossen werden.

Was ist zu tun?
Sellerie wird in der deutschen Küche sehr gern und oft zum Würzen der Speisen genutzt. So findet man kaum einen Suppenbrühwürfel oder kaum eine Fertigsuppe ohne Sellerie. Gerade beim Essen in Restaurants oder Kantinen ist es schwierig herauszufinden, in welchen Speisen Sellerie enthalten ist. Als Hinweis dient die Zutatenliste auf der Verpackung. Die „echten“ Sellerie-Allergiker müssen Sellerie als Gemüse und Gewürz von ihrer Speisekarte komplett streichen.

Allergenfreie Zubereitung
Da Sellerie fast immer in Instant-Brühen, Fertigsuppen und -saucen, aber auch im Suppengrün für die frische Suppe vorkommen, sollten die Produkte gänzlich gemieden werden. Vorsicht auch bei Gewürzmischungen, -pasten oder -saucen, Curry und Curryzubereitungen, Frischwurstaufschnitt, Feinkostsalaten oder Salzgebäck.

Frischer, angeschnittener Sellerie

Tipps für den Alltag

Brot und Brötchen
Auswahl an Brot oder Brötchen, Knusperbrot oder Zwieback.
Aufstrich
Butter oder Margarine, Marmelade, Honig, Ei, Käse, Wurst – aber Vorsicht vor möglicher Würzung mit Sellerie –, Speisequark, Tomaten und Gurken.
Müsli und Milchprodukte
Müsli mit Obst und Milch, Cornflakes mit Früchten und Joghurt oder Milch.
Fisch, Fleisch, Geflügel
Fleisch, Geflügel und Fisch, selbstgezogene Saucen mit reinen Gewürzen – ohne Instant-Produkte und Gewürzmischungen. Je weniger Convenience-Produkte in der Zubereitung verwendet werden, desto geringer das Risiko, dass Sellerie als Zutat enthalten ist.
Beilagen
Alle Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Reis, Nudeln, Gemüse und Salate – außer Sellerie – ohne Instant-Saucen und Gewürzmischungen.
Dessert
Pudding, Götterspeise, frisches Obst, Kompott, Grützen und Milchprodukte.
Speisenangebot
Obst und Milchprodukte, Gebäck – aber Vorsicht bei Salzgebäck, Kuchen oder Fruchtgummis.
Lupe fokussiert Zutatenliste

Schauen Sie genau hin

Sellerie muss auf allen verpackten Lebensmitteln entsprechend ausgewiesen werden.

Lupe über einer Mappe

Was steckt dahinter?

Immer mehr Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel allergisch. Hinzu kommen Unverträglichkeiten, z. B. gegen Laktose, Fruktose oder Gluten, die für viele einen unbeschwerten Genuss unmöglich machen. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz?

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