Koch schaut zufrieden

Steckbrief Erdnüsse

Was Sie über die Erdnuss-Allergie wissen sollten

Erdnüsse können Allergien hervorrufen
Allergiker können schon auf die winzigsten Spuren von Erdnüssen mit lebensbedrohlichen Symptomen reagieren

Was steckt dahinter?
Die aus Südamerika stammende Erdnuss ist morphologisch eine Nuss, wird aber botanisch zu der Familie der Hülsenfrüchte gezählt. So findet man mögliche Kreuzreaktionen auch nur innerhalb der botanischen Familie: z.B. bei Linsen, Bohnen, Erbsen oder Soja, nicht aber bei den Nüssen bzw. Schalenfrüchten.

Ernährungsphysiologisch gilt die Erdnuss als hervorragender Mineralstofflieferant. Sie liefert hochwertiges Eiweiß, außerdem bestehen über 75% des Fettes aus den wertvollen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
 
Eine Erdnuss-Allergie bleibt meist ein Leben lang bestehen. Allergische Reaktionen können sich in Atemwegsbeschwerden, Hautreaktionen, Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen äußern. Aber auch Herzrasen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und lebensbedrohliche Schockzustände sind möglich.

Wo liegt die Herausforderung?
Die Erdnuss zählt zu den problematischsten Allergieauslösern. Während andere Allergene erst ab einer bestimmten Menge allergische Reaktionen auslösen, können schon Spuren von Erdnüssen ausreichen, um lebensbedrohliche Symptome hervorzurufen. Das Erdnuss-Allergen ist hochaggressiv. Feinste Stäube – die z.B. beim Öffnen einer Erdnussflipstüte in die Luft gelangen – führen bei Allergikern schnell zu Reaktionen.

Aufgrund des vermehrten technologischen Einsatzes in der Lebensmittelindustrie werden steigende Zahlen von Erdnuss-Allergikern verzeichnet. Die Allergenität verliert sich weder beim Kochen noch beim Backen oder Rösten.

Was ist zu tun?
Als Therapie ist nur der absolute Verzicht auf Erdnüsse und daraus gewonnene Produkte möglich. Das ist für die Betroffenen eine Herausforderung, da viele Lebensmittelprodukte, aber auch Kosmetika, Erdnüsse oder Spuren davon enthalten können.

Um den Kontakt von Erdnüssen zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, in welchen Produkten Erdnüsse enthalten sein können. Dazu zählen Schokoriegel, Torten und Kuchen, Speiseöle auf Erdnussbasis, Cornflakes, Müsli, Speiseeis, Fertiggerichte, Salzgebäck, Kartoffelchips, frittierte Lebensmittel und auch erdnusshaltige Körperpflegemittel.

Da bei dieser Allergie auch feinste Stäube Symptome auslösen, muss das Thema der Spurenkennzeichnung also besondere Beachtung finden:

  • Befindet sich der Hinweis „… kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ auf der Verpackung, so ist das Produkt für den Erdnussallergiker nicht geeignet.
  • Befindet sich auf der Verpackung kein Hinweis auf Erdnuss-Spuren, so sollte über den Hersteller nachgefragt werden, wie er mit der Spurenkennzeichnung generell umgeht. Notfalls muss das Produkt gemieden werden. Alternativ können Sie den Erdnussallergiker direkt nach gut verträglichen Produkten fragen.
  • Befindet sich auf der Verpackung der Hinweis „… kann Spuren von Soja, Milch und Ei enthalten“ kann das Produkt eingesetzt werden, da der Hersteller mögliche Spuren deklariert.  

Allergenfreie Zubereitung
Bei hochgradiger Allergie ist beim Außer-Haus-Verzehr eine große Vertrauensbasis zwischen Anbieter und Tischgast essentiell. Der Erdnussallergiker sollte sich im Restaurant oder in der Küche als solcher zu erkennen geben, damit die Küche entsprechend sorgfältig im Sinne der Allergie arbeiten kann. Gezieltes Nachfragen des Betroffenen ist auf jeden Fall erforderlich. Bei Erdnussallergikern birgt das dennoch ein schwer einzuschätzendes Risiko. Deshalb sollten sie beim Auswärtsessen immer ihr Notfallset dabeihaben.

Das genaue Lesen von Zutatenlisten und der richtige Umgang mit der Spurenkennzeichnung bei verpackter Ware sollte wichtiger Bestandteil beim Einkauf sein.

Bei der Zubereitung von erdnussfreien Speisen ist ein hygienisch einwandfreies Vorgehen wichtig: Arbeitsgeräte, Bretter, Töpfe oder Schneebesen müssen sauber sein. Das Abspülen mit klarem Wasser reicht nicht.

Naturbelassene Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch und Geflügel können verzehrt werden. Beim Kochen oder Herstellen von Salaten sollten Pflanzenöle auf Erdnussbasis bzw. generell kaltgepresst Öle gemieden werden.

Tipps für den Alltag

Brot und Brötchen
Auswahl an Brot oder Brötchen, Knäckebrot oder Zwieback.
Aufstrich
Butter oder Margarine, Marmelade, Honig, Ei, Wurst – z.B. Schinken, Putenbrustaufschnitt, Brühwurst – und Käse, Tomaten oder Gurken.
Müsli und Milchprodukte
Erdnussfreie Müslimischungen mit Obst und Milch oder Joghurt.
Fisch, Fleisch, Geflügel
Fleisch, Fisch, Geflügel und Würstchen gedünstet oder natur in Öl – mit Ausnahme von Erdnussöl –, Butterschmalz oder Plattenfett ohne Erdnuss gebraten.
Beilagen
Kartoffeln, Reis oder Nudeln, Gemüse gedünstet oder gebraten mit Butter oder Öl – außer Erdnussöl –, Salat mit Dressing – Zutatenliste beachten –, Suppen und Saucen ohne Erdnussöl zubereitet.
Dessert
Pudding, Joghurt, Götterspeise, frisches Obst oder Kompott, Fruchtkaltschalen, Fruchteis, Milchspeiseeis ohne Erdnuss.
Speisenangebot
Obst und Kompott sowie Joghurt und Quark bieten sich sehr gut an. Selbstgebackene Kuchen und Gebäck sowie Fruchtgummis sind unbedenklich.
Lupe fokussiert Zutatenliste

Schauen Sie genau hin

Seit 2005 sind die Hersteller von Lebensmitteln verpflichtet, Nahrungsmittel speziell auszuzeichnen, die Erdnüsse enthalten können oder während der Produktion einer Kontamination ausgesetzt sein könnten.

Lupe über einer Mappe

Was steckt dahinter?

Immer mehr Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel allergisch. Hinzu kommen Unverträglichkeiten, z. B. gegen Laktose, Fruktose oder Gluten, die für viele einen unbeschwerten Genuss unmöglich machen. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz?

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